Hautflügler
 
 
 
 
Hummeln
 
 


Erdhummel


Steinhummel

Hummeln bilden eine Unterfamilie der Bienen. Sie gehören neben den Bienen und den Fliegen zu den wichtigsten Bestäuberinsekten.

 

Sie bilden einjährige Staaten, dass heißt, außer den befruchteten Jungköniginnen sterben alle anderen Individuen im Herbst. Die Königinnen gründen nach der Winterstarre bei steigenden Temperaturen  im Frühjahr einen neuen Staat. Je nach Art sucht sie eine geeignete Erdhöhle, eine Moosschicht oder einen Hohlraum in Bäumen oder in Trockenmauern. Ein Hummelvolk besteht aus 50 bis etwa 600 Tieren.

 

Da Hummeln ihre zum Fliegen notwendige Körpertemperatur durch Vibration der Brustmuskulatur  erzeugen, sind diese in der Lage ab 2°C nach Nahrung zu suchen. Dies ermöglicht es den Hummeln länger und früher, als dies z.B. der Biene möglich ist, auf Nahrungssuche zu gehen.

 

Durch den langen Saugrüssel vieler Arten kann die Nektarsammlung auch aus tiefkelchigen Pflanzen erfolgen. Hummeln sind kräftig genug, um geschlossene Blüten zu öffnen und beißen sogar gelegentlich Löcher in die Blütenkelche, um an den Nektar zu gelangen. Im Gegensatz zu den Honigbienen haben sie aber keine Kommunikationsform wie den Schwänzeltanz entwickelt, die eine viel gezieltere Nahrungssuche ermöglichen würde.

 

Aus dem Nektar stellen auch Hummeln mittels köpereigener Enzyme Honig her, der aber aufgrund seiner geringen Menge nicht von wirtschaftlichem Interesse für den Menschen ist.

 

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Wespen
 
 

Wespen gründen wie die Hummeln im Frühjahr mit einer Jungkönigin ein neues Volk. Zuerst wird aber ein neues Nest aus einer papierartigen Substanz angelegt, welche aus von den Wespen zerkauten, verwitterten Holzteilchen besteht. Diese Nester sind stets nach unten hin geöffnet und haben anfangs fünf bis zehn Zellen in meist abgerundeter Wabenform.

 

Die Larven der Wespen werden anders als bei Hummeln und Bienen mit zerkauten Insekten gefüttert. Nach der Fütterung der Larven geben diese einen zuckerhaltigen und flüssigen Tropfen ab, der wiederum der Ernährung der Königin dient. Die Aufgabenteilung im Staat ist denen von Hummeln und Bienen ähnlich. Ein Wespenstaat kann aus mehreren tausend Individuen bestehen.

 

Für den schlechten Ruf der Wespe ist vor allem die Deutsche und die Gemeine Wespe verantwortlich. Diese beiden Arten bilden die größten Völker und sind die Einzigen die dem Menschen gegenüber zudringlich werden. Dies ist besonders im Spätsommer der Fall, wenn sich die Nester auflösen und die noch lebenden Arbeiterinnen auf Nahrungssuche einzeln „durch die Gegend streunen“.

 

Allgemein gilt: alle genannten Familien der Stechimmen stehen unter Naturschutz. Um vor Stichen bewahrt zu werden (auch Hummeln können stechen, tun dies aber nur sehr selten): respektvollen Abstand zu Nestern halten, bei Tisch möglichst Ruhe bewahren – kein heftiges Herumwedeln oder Aufspringen. Sollte ein Nest im unmittelbaren Wohnbereich angelegt worden sein, kann dieses von einer erfahrenen Person (z.B. Imker, Naturschutzbeauftragter usw.) umgesetzt werden. Eine Vernichtung sollte nur in wirklichen Notfällen erfolgen, da die hier verwandten Insekten-vernichtungsmittel auch negative gesundheitliche Folgen für den Menschen haben können.

 

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Gemeine Wespe


Apfelförmige Pillenwespe

 
 
Hornissen
 
 


Hornisse


Hornissenkönigin

Eine weitere sehr bekannte Wespen-Art ist die Hornisse. Auch sie ernährt sich hauptsächlich von Insekten, nimmt aber auch Baumsäfte, gärendes Fallobst und Blütennektar zu sich. Das Leben eines Hornissenstaates findet innerhalb von 6 Monaten statt. Die Königin als „Herz“ des Staates hat als Einzige den Winter überlebt und beginnt ab Anfang Mai mit dem Nestbau und der Eiablage. Anfang Juni schlüpfen dann die ersten Arbeiterinnen, die umgehend den Weiterbau des Nestes, die Jagd nach Futter und die Brutpflege übernehmen.

 

Ein Hornissenvolk besteht in der Regel aus 100-600 Tieren. Die Königin widmet sich im Hochsommer nur noch der Eiablage. Im Gegensatz zur Honigbiene, sind Hornissen nicht in der Lage, sich eine neue Königin, bei deren vorzeitigem Tod, heranzuziehen. Falls die Hornissen-Königin umkommt, sind die Arbeiterinnen zwar in der Lage Eier abzulegen, allerdings sind diese unbefruchtet und bringen nur Drohnen hervor – das Volk stirbt dann innerhalb weniger Wochen ab.

 

Hornissen sind äußerst friedliebend und stechen nur im absoluten Notfall, z. B. um ihr Nest zu verteidigen. Entgegen der landläufigen Meinung ist ein Hornissenstich nicht gefährlicher oder schmerzhafter als jeder andere Wespenstich.

 

(Anmerkung: Falls Sie ein Problem mit Wespen- oder Hornissennestern haben können Sie sich gerne an uns wenden und wir vermitteln ihnen eine sachkundige Person zur Umsiedlung der Tiere. Bitte sehen Sie also davon ab selber zur Giftflasche zu greifen. Das ist im übrigen sogar verboten, da diese Insekten unter Naturschutz stehen!)

 

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Ameisen
 
 

Auch Ameisen verfügen über eine überaus wirksame Verteidigungsstrategie: Eindringlinge werden mit Ameisensäure attackiert und somit vom Nest und wichtigen „Versorgungstrassen“ ferngehalten.

 

Ein typischer Ameisenstaat besteht überwiegend aus unfruchtbaren Weibchen und kann mehrere Millionen Individuen umfassen. In jeder Kolonie existieren eine oder mehrere Königinnen und geflügelte männliche Ameisen, mit der einzigen Aufgabe die Königinnen während des Hochzeitsfluges zu begatten.

 

Die Kommunikation untereinander erfolgt mittels Pheromonen und es gibt eine strikte Arbeitsteilung. Ameisen sind in der Regel Allesfresser: die Nahrung besteht aus Insekten, den Ausscheidungen verschiedener Lausarten, Blütennektar, Samen, Pollen, Früchte und verschiedene Pflanzenteile.

 

Viele Ameisenarten leben in Symbiose mit unterschiedlichen Lausarten, d. h. es entsteht ein enges Verhältnis zum gegenseitigen Nutzen: die Ameisen „melken“ die Läuse und erhalten so den zuckerreichen Honigtau der Läuse und beschützen diese im Gegenzug vor ihren Fressfeinden.

 

Ameisen erreichen die höchste Lebensspanne aller Hautflügler: die Königinnen der bei uns heimischen Roten Waldameise z.B. können bis zu 25 Jahren alt werden, während die Arbeiterinnen zwei bis drei Jahre leben.

Text von Andrea Esken
Fotos von Jörg Mersmann

 

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Rote Waldameise


Ein ca. 1,5 m hoher Bau der roten Waldameise