Berichte
 
 


Vor- und Nachteile einer Rundwabenbeute in Hinsicht auf Schwarmverhalten und Varroadezimierung ...

Eine clevere Idee - den Antrieb der Schleuder auch zum Honigrühren zu benutzen ...

Bau eines Miniaturbrückenkranes unter Berücksichtigung der beengten Verhältnisse in einem Bienenhaus ...

Ein Bienenschwarm auf dem Bürgersteig und wie dieser gefangen wurde ...

Unser Jubelfest - Über 100 Jahre Imkerei in Sprockhövel ...

 

 
 
Rundwaben
 
 

Rundwaben wurden täglich gedreht und die Völker schwärmen doch - warum?

 

Die Darstellungen der Herren Burmeister und Konya, bezüglich der Vorteile einer Rundwabenbeute in Hinsicht auf Schwarmverhalten und Varroadezimierung, fand ich im ersten Moment überzeugend.

 

Aber was geschieht mit den Bienenlarven? Werden diese durch die tägliche Wendung in ihrer Entwicklung und späterem Verhalten beeinträchtigt?

 

Um dieses zu erfahren, baute ich mit den mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten 4 Zargen, passend zu Heroldbeuten, in welchen sich jeweils 9 Rundwaben im Block drehen ließen. Eine Zarge bekam ein Sichtfenster und einen Baurahmen mit Anfangsstreifen - dieser wurde aber nie ausgebaut. Die anderen Völker bekamen einen Rahmen zum freien Bauen. Die Besiedlung war etwas problematisch. Die Rundwabenzargen am 11.04. auf die prall gefüllten Brutzargen aufgesetzt, veranlasste die Völker nicht, sich nach oben auszudehnen.

 

Erst die am 21.04. vorgenommene Umkehrung der Reihenfolge brachte Leben in die Sache. Nun standen die Rundwabenzargen mit Flugloch und nach oben abgesperrten Königinnen unten. Jetzt erst wurden die Mittelwäde ausgebaut.

 

3 Wochen später, 13.05. fiel der erste Schwarm. Bei diesem Volk waren bei der folgenden Kontrolle 3 Mittelwände ausgebaut. Die Weiselzellen hatten zu Teil irrsinnige Formen. Wie sich hier - und später auch bei den 2 weiten Schwarmvölkern zeigte, waren die meisten Larven abgestorben. Aber die Altkönigin zieht halt bei der ersten verdeckelten Weiselzelle aus. Eine Jungkönigin schaffte es zu schlüpfen, kam aber später nie zur Eiablage und wurde durch eine andere ersetzt. Bei diesem Volk ließ sich vermuten, dass der Ansatz von Schwarmstimmung schon aus der überfüllten Brutzarge mit in die Rundwabenzarge genommen wurde.

 

Nach dem nun bei den anderen Völkern alles glatt zu verlaufen schein, fielen am 12.06. und am 14.06. die nächsten Schwärme. Beim vierten Volk brach ich daraufhin die angesetzten Weiselzellen aus. Ob es ohne dem auch nicht zum schwärmen gekommen wäre muss offen bleiben ...

 

Das Verhalten, der unter diesen Umständen geschlüpften Bienen, kam dem der in normalen Waben entwickelten Bienen gleich. Das Sammelergebnis entsprach den Turbulenzen und lag unter dem anderer Standvölker. Das Wabenmaß bezieht sich auf 1 1/2 DN = 35 cm Durchmesser. Das sind 5 cm weniger als die Originalrahmen. Ein Grund?

 

Die Drehung der Waben soll nach Konya die Entwicklung der Varroa stören. Nach meinen Beobachtungen war dieses nicht der Fall. Es sah eher so aus, als würden 2 Gelege angelegt, so das schließlich mehr Milben in den Rundwabenvölkern vorhanden waren als in den anderen Standvölkern.

 

Übermäßige Milbenbelastung wurde ja auch von Frau Dr. Pia Aumeier beim Test einen Rundwabenbeute festgestellt, was sie dann im August zum abschwefeln des Versuchsvolkes veranlasste.

 

Die Frage bezüglich Effektivität und Nutzen von Rundwaben - vor allem unter Berücksichtigung von Aufwand und Kosten - sind für mich beantwortet. Im weiteren erheitert es mich, wenn ich sehe, wie sich die Bienen gegen unsere Eingriffe wehren können.

 

Bericht und Fotos von Günter Kopatzki

 

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Honigrührer
 
 

Wie kann ich Honig auf einfache Weise rühren?

 

Eine clevere Idee - den Antrieb der Schleuder auch zum Honigrühren zu benutzen. Weil das Geräusch der Bohrmaschine die Nachbarn störte, baute sich Günter Kopatzki ein "Handrührgerät".

 


Den Honig von Hand zu rühren war für mich, als 74 Jahre alter Imker, zu beschwerlich, also versuchte ich, mit vorhandenen Mitteln eine Lösung zu finden - das Resultat funktioniert verblüffend gut.

 

Ich benutze zum Rühren einen Rührstab aus Edelstahl, der normalerweise für eine Bohrmaschine gedacht ist. Von meiner Honigschleuder verwende ich den Antrieb, der mit den zwei Flügelmuttern einfach an- und abzuschrauben ist. Für den stabilen Holzrahmen, auf den der Antrieb montiert ist, ließ ich mir das Leimholz im Baumarkt zuschneiden. Nun musste der Rührstab irgendwie am Antrieb der Honigschleuder befestigt werden.

 

Dazu klebte ich mit Zweikomponenten-Metallkleber ein Bohrfutter auf ein Rohrstück mit einem Innendurchmesser von 20 mm. Das Rohr wird oben durchbohrt und mithilfe einer Schraube auf der Antriebswelle arretiert. So lässt sich der Rührstab einspannen und der Honig rühren.

 

Den Honigeimer stelle ich auf einen Holzteller, der auf einem Wagenheber (aus dem Baumarkt) gelagert ist; auf diese Weise kann ich die Rührhöhe auch ausgleichen. Wenn man zuerst am Rand rührt, dreht sich der Hobbock ganz langsam mit.

 

Die Fotos verdeutlichen wie es funktioniert. Man braucht zusätzlich nur eine Holzkiste, einen Wagenheber, ein Stück Metallrohr und ein Bohrfutter.

 

Text und Fotos von Günter Kopatzki

 

Auch erschienen im
DEUTSCHEN BIENEN-JOURNAL 11/2006

 

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Miniaturbrückenkran
 
 


Seilzug und Laufkatze erleichtern das Abheben und Verbringen der Zargen.


Zur Greifzange umfunktionierte Plattenzange

Sie möchten sich die Arbeit erleichtern und rücken- und kraftschonend die schweren Zargen bewegen?

 

Mit etwas Geschick können Sie diesen Miniaturbrückenkran mit wenig Aufwand nachbauen.

 

Es sind schon manche Anregungen zum Einsatz von Seilzug und Laufkatze für das Bewegen von Zargen veröffentlicht worden. Alle Vorschläge gingen davon aus, die Zargen zur Seite, also über die in Reihe stehenden Beuten hinweg zu heben. Die dafür erforderliche Konstruktion muss dabei schon eine Höhe haben, die nicht überall zu realisieren ist. Mit einem Miniaturbrückenkran kann man selbst auf einem Stand mit Überdachung die Vorzüge von Seilzug und Laufkatze bei wesentlich geringerer Bauhöhe nutzen.

 

Nach Möglichkeit sollten Oberlager der zu installierenden Längsbalken die Höhe von Auflage Beutenboden + 4 Zargen + eventuelle Bienenflucht + Greifzange im angezogenen Zustand + Seilzug + Aufhängung an der Laufkatze haben.
Bei mir sind es 1,70 m. Darüber müssen dann noch 10 cm Platz für die Brücke aus Vierkant oder Rundrohr (ca. 45 mm Kantenlänge und 3 mm Materialstärke) + Rollen (d = 50 mm) vorhanden sein.

 

Durch die vorhandene Konstruktion beengt, verwendet ein Kollege die Laufschiene für Schiebetüren einschließlich der integrierten Rollen als Brücke. Gesparter Platz = 5 cm. Wird die Mitte der Beuten einmal an den Längsbalken markiert, kann die Brücke leicht vor dem Einhängen der Zargen mit einer Hand auf den richtigen Platz geschoben werden. Eine aufgenagelte Putzschiene aus Metall erleichtert das Verschieben entsprechend. Der Seilzug sollte eine Bremse haben, was ihn dann wohl zum teuersten Teil der Anlage macht.

 

Wer nicht die Möglichkeit zu schweißen oder gar zu schmieden hat, kann mit wenig Kostenaufwand eine Plattenzange umfunktionieren. Dann müssen nur die seitlichen Klauen für eine oder zwei Zargen verlängert werden. Auf dem Foto sichtbar, wurden dazu Stücke von einem ausrangierten Lattenrost einer Matratzenauflage verwendet, und zwar wegen der Vorspannung mit der Unterseite zur Beute hin. Die Zange ist leicht zu handhaben, laut Hersteller aber nur bis 40 kg belastbar. Werden die Schwachstellen, mit zwei Laschen und durchgehenden 5-mm-Gewindeschrauben verstärkt, hält sie schon ein paar Kilogramm mehr aus. Die Zargen dann nur mit dem Stockmeißel oder, bei Kunststoffbeuten, mit dem Zargenheber aus der Verkittung lösen.

 

Material aus dem Baumarkt, dazu noch einen Fuchsschwanz, eine Bohrmaschine und die eigene Trägheit überwinden. Nach vollbrachtem Werk werden Sie nicht mehr verstehen, warum Sie sich jahrelang mit den schweren Zargen gequält haben.

 

Bericht von Günter Kopatzki

Auch erschienen im
DEUTSCHEN BIENEN-JOURNAL 03/2005


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Bienenschwarm
 
 

Warum geht ein Bienenschwarm spazieren?

 

Trotz langjähriger Erfahrung gerät man immer mal wieder in eine Situation, wie sie nicht oft vorkommt.

 

Ein Bienenschwarm hängt doch am Baum, in der Hecke, am Zaun - aber er liegt doch nicht auf dem Bürgersteig.

 

Wo gibt es denn so etwas? In Sprockhövel!

 

Ich bekam einen Anruf aus dem Nachbarverein: Wir haben im Moment keine Möglichkeit dort tätig zu werden. Würden sie sich bitte der Sache annehmen.

 

Es war dabei allerdings nur die Rede von einem Schwarm, welcher sich in einer Einfahrt befände.

 

Vor Ort lag mir die Überraschung dann zu Füßen. Was tun? Würde ich die Königin finden, könnte sich die Situation wohl entspannen. Schließlich fand ich diese am Rande des Teppichs, was mir auch nicht gerade logisch erschien. Sie war nun leicht zu fangen und wurde in den Fangkarton befördert.

 

Nun kam Bewegung in die Truppe. Es wurde auch Zeit, denn aufkommender Regen war in dieser Phase nicht hilfreich.

 

Die Nachzügler mußte ich dann etwas unsanft zusammenfegen, was dann auch entsprechend quittiert wurde.

 

Die Besitzer des Grundstückes waren interessierte Zuschauer und Herr Pottkämper, so finde ich, ein recht guter Fotograf. Frau Pottkämper ließ sich selbst nach einem Stich ins Bein nicht davon abhalten, die Aktion aus nächster Nähe - bis zum Schluß - mit zu erleben.

 

Bericht von Günter Kopatzki
Fotos von Herr Pottkämper

 

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Jubiläum
 
 

SPROCKHÖVEL
Einmal zur Probe Imker werden

 

Über 100 Jahre alt sind die Ursprünge des Imkervereins Sprockhövel. Nachwuchs wird dringend gesucht.

 

Haßlinghausen. Je dunkler der Honig, desto stärker ist er im Geschmack. Dunkel sind etwa Fichten und Waldblütenhonig, Rapshonig dagegen ist schneeweiß und schmeckt eher mild.

 

Bei der Ausstellung "Imkerei und Honigprodukte Über 100 Jahre Imkerei in Sprockhövel" im Martin-Luther-Haus konnten die Besucher nicht nur den Geschmackstest machen, sondern sich auch über den Aufbau eines Bienenvolkes, die Zucht und die Pflege informieren.

 

"Hier nehmen Sie", fordert Willi Loges auf. "Der Rapshonig hat eine viel festere Konsistenz, nicht wahr?", sagt er. Der Gevelsberger ist einer der 14 passionierten Mitglieder des Imkervereins Sprockhövel-Haßlinghausen, der sich 1977 aus den Vereinen Haßlinghausen und Sprockhövel zusammenschloss.

 

Während der Imkerverein Sprockhövel bereits 1903 ins Leben gerufen wurde, ist der Haßlinghauser drei Jahre jünger.

 

Loges beschäftigt sich seit 1994 mit Bienen, er hat mittlerweile sieben Völker. Wie der Hobbyimker dazu gekommen ist? "Ich begleitete damals einen Freund zu einem Imker, weil er sich da ein Volk mitnehmen wollte. Nur hatte der Imker zwei Völker abzugeben, mein Freund wollte aber nur eins. Da habe ich spontan gesagt, dann nehme ich das andere."

 

Bis Juni dieses Jahres hatte der Maschinenbauer fünf Bienenvölker. "Zwei Schwärme habe ich noch eingefangen." Loges sagt das nicht ohne Stolz. Und er sagt auch, dass es wieder mehr Imker in Sprockhövel geben müsse. Das sei wichtig, besonders, um die Obsternte zu gewährleisten.

 

Um den Besuchern einen lebendigen Eindruck zu geben, haben die Imker auch Bienen mitgebracht. Sie krabbeln hinter Glas herum.

 

"Das Bienenjahr geht bis Ende Juli", erklärt Jörg Mersmann. Viele glaubten, man nehme den Honig und dann sei es für den Imker erst einmal erledigt, so Mersmann. Doch damit die Tiere überwintern können, müssen die Imker kiloweise Zuckerwasser verfüttern. Auch die Pflege sei wichtig, damit die Tiere nicht an Milbenbefall erkranken.

 

Der Imkerverein Sprockhövel-Haßlinghausen bietet Interessierten an, ab nächstem Frühjahr Probe-Imker zu werden. Dazu bekommen sie kostenlos ein Bienenvolk und Material zur Verfügung gestellt und dürfen die Ernte behalten. Das Bienenvolk kann dann auf Wunsch übernommen werden.

 

Die Imker des Vereins und der Vorsitzende Reinhold Sander, Nachfolger von Robert Müller, stehen mit Rat und Tat zur Seite.

 

Infos unter Telefon 02324/72249.

 

Text aus der Westdeutschen Zeitung vom 08.09.06
Fotos von Jörg Mersmann

 

 

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